Erfolgreicher Auftakt

1. Rhein-Ruhr-Wasserstoff-Workshop „THINK BIG: Wasserstoff für die Energiewirtschaft“

Unter dem Motto „THINK BIG: Wasserstoff für die Energiewirtschaft“ trafen etwa 130 Experten und Fachleute aus Energiewirtschaft und -unternehmen sowie Politik und Wissenschaft zusammen. Der erste Rhein-Ruhr-Wasserstoff-Workshop im TecTower Duisburg bot Gelegenheit zum Austausch von Ideen und Plänen, bei dem der bekannte Meteorologe Sven Plöger durch die Veranstaltung führte. Die Organisatoren der Veranstaltung waren mit dem Ergebnis so zufrieden, dass bereits ein zweiter Workshop geplant ist.

Aktuelle Klimadaten, die Sven Plöger während des ersten Workshops präsentierte, unterstrichen die Notwendigkeit des Handelns in der Energiewirtschaft. Passend dazu verkündete Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV) den Auftakt des Förderprogramms HydrogenHyWay.NRW zu Beginn des Workshops. „Die Nutzung von Wasserstoff in NRW spielt in industriellen Prozessen seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle. Wir sind also auch sehr gut aufgestellt für den Einsatz von elektrolytisch erzeugtem Wasserstoff als Speichermedium für Strom aus erneuerbaren Energien. Mit dem Wettbewerb HydrogenHyWay.NRW unterstützt die Landesregierung nun die nordrhein-westfälische Wirtschaft im Verbund mit der Wissenschaft dabei, klima- und umweltschonende Innovationen und Lösungen weiter zu entwickeln und Marktvorteile zu erschließen und auszubauen“, so Johannes Remmel.

Neuauflage in Planung
Im Mittelpunkt des Workshops standen Wasserstoff-Großspeicher und -Pipelines sowie deren technische Voraussetzungen und Genehmigungsfragen. Die Veranstalter, die Vereine HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland sowie das h2-netzwerk-ruhr sind in der Region die Lobby für den Energieträger Wasserstoff.

„Mit der Konferenz wurde nicht nur der Blickwinkel geschärft, sondern auch verdeutlicht, welche Möglichkeiten und Verfahren bereits existieren bzw. in absehbarer Zeit zum Tragen kommen werden, um Wasserstoff auf umweltschonendem Wege herzustellen und für verschiedene Anwendungen zu nutzen. Hierbei sind die Lagerung von Wasserstoff in Großspeichern verschiedenen Typs sowie der Transport in Pipelines und Gasnetzen eine wesentliche Voraussetzung. Wir gehen davon aus, dass an diesem Tag das Verständnis für die technischen und genehmigungstechnischen Herausforderungen vermittelt werden konnte“, so Dr. Albrecht Möllmann, Vorsitzender von HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland nach der Veranstaltung. Auch Volker Lindner, Vorsitzender des h2-netzwerk-ruhr, zeigte sich zufrieden: „Auf den ersten wird wohl voraussichtlich bereits im September ein zweiter Rhein-Ruhr-Wasserstoff-Workshop folgen. Wir sind überzeugt, dass grüner Wasserstoff die Energiewende mit antreiben wird.“

Rund 130 Gäste nahmen am Workshop im TecTower Duisburg teil.

Rund 130 Gäste nahmen am Workshop im TecTower Duisburg teil.

Studie offenbart neue Wertschöpfungsmöglichkeiten
Weiteres Thema des Workshops: die Ergebnisse der aktuellen Studie der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) und des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches – Technisch-wissenschaftlicher Verein (DVGW). René Schoof, Leiter Energy Storage Technology der Essener Uniper Energy Storage GmbH, stellte die Studie vor: „Bei der Studie handelt es sich zuallererst um ein Metastudie, welche die Leitstudien der NOW und des DVGW zum künftigen Einsatz der Power-to-Gas-Technologie in Deutschland vergleicht. Als Kernergebnis ist zunächst herauszuheben, dass Power to Gas als sektorübergreifendes Kopplungselement für die Integration erneuerbaren Stroms in Mobilität, Industrie und Energiesysteme viel mehr darstellt als einen einfachen Energiespeicher. Auch wenn die Studie die aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen nicht direkt beleuchtet, so zeigt sie dennoch, dass eine flächendeckende Einführung von Power to Gas nur durch eine Anpassung der Rahmenbedingungen gelingen kann.“

Auch wirtschaftlich ergäben sich neue Möglichkeiten, so ein Ergebnis  der Studie: „Die Metastudie zeigt, dass mit der Power-to-Gas-Technologie grüner Wasserstoff in bestehende Wasserstoff-Wertschöpfungsketten integriert werden kann. Darüber hinaus schafft die Sektor-Kopplung über Power to Gas neue Wertschöpfungsketten im Bereich Mobilität, Industrie und Energiesysteme.“ Der Einsatz von grünem Wasserstoff mittels Power to Gas stelle zudem eine wesentliche Option zum Gelingen der Energiewende dar, so René Schoof.

Effizienter Einsatz von Investitionen und Fördermitteln
Die H2 MOBILITY GmbH & Co. KG bekam beim Workshop Gelegenheit, sich den anwesenden Fachleuten vorzustellen. Mit der H2 MOBILITY GmbH & Co. KG koordiniert, plant, baut und betreibt erstmals ein Unternehmen Wasserstoff-Tankstellen als nationale Gesamtaufgabe. Die Industrieunternehmen Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und TOTAL fokussieren mit diesem gemeinsamen Unternehmen den stufenweisen Ausbau der bundesweiten Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur auf insgesamt rund 400 Stationen bis 2023. Frank Sreball, Geschäftsführer H2 MOBILITY Deutschland: „Insgesamt werden in der H2 MOBILITY viele Kompetenzen gebündelt, auch mit dem Ziel, Planungsverfahren zu harmonisieren und zu vereinfachen sowie Investitionen und Fördermittel effizient einzusetzen.“ Sreball sieht dabei seine Unternehmung auch im europäischen Kontext: „Wir beziehen auch strukturschwächere, grenznahe Regionen in den Aufbau der Infrastruktur mit ein. Schließlich ist Deutschland aus Sicht von Reisenden ein Durchfahrtsland.“

Der zweite Rhein-Ruhr-Wasserstoff-Workshop steht unter dem Motto „THINK BIG: Batterie + Brennstoffzelle – war’s das mit Otto + Diesel? Gemeinsam die (E -)Mobilität von Morgen stemmen.“ und soll am 7. September 2017 ebenfalls im TecTower Duisburg stattfinden.

Der nordrheinwestfälische Klimaschutzminister Johannes Remmel zum Auftakt des Workshops.

Der nordrheinwestfälische Klimaschutzminister Johannes Remmel zum Auftakt des Workshops.

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